CW plaudert


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Altmühltal Panoramaweg – von Treuchtlingen nach Solnhofen

Seit ich vor drei Jahren mit einer Freundin begann Weitwanderwege in Etappen zu wandern, hat uns – trotz offensiver Gastfreundlichkeit 😉 – noch nie jemand begleitet. Vermutlich waren unsere Schilderungen hinterher immer zu abschreckend oder man wollte uns in der Zweisamkeit nicht stören.

Wie auch immer, auf dieser dritten, relativ kurzen Etappe von ca. 15km, gab es die Uraufführung, wir waren zu viert unterwegs.

Nach einstündiger Zugfahrt ging es um halb zehn in Treuchtlingen im Altmühltal los, dort, wo wir vor ein paar Wochen unsere ‚Schneesturm‘-Etappe beendet hatten. Da wir uns auf einem Panoramaweg befinden, ging es alsbald aus dem Tal hinauf in luftige Höhen mit wunderschönen Weitblicken. Der versprochene Sonnenschein ließ zwar noch auf sich warten, dafür war der Weg einfach traumhaft. Nahezu durchgängig auf kleinen Pfaden, hoch über dem Altmühltal und kurzweilig abwechslungsreich machte das Panorama dem Weg alle Ehre.

Pappenheim

Pappenheim

Bei ca. der Hälfte der Strecke steigt man hinab in den kleinen Ort Pappenheim. Und ja, es handelt sich tatsächlich um jenes Pappenheim, deren Bewohner 3. Etappe Treuchtlingen - Solnhofen 23.2.14 023Berühmtheit erlangten durch das Zitat aus Friedrich Schillers Drama ‚Wallensteins Tod‘ „Daran erkenn‘ ich meine Pappenheimer“. Für uns fand sich ein passendes Pausenplätzchen mitten im Ort am Ufer der Altmühl.

Klar, dass es anschließend wieder einen Anstieg zu bewältigen gab. Der zweite Teil des Weges führte uns über die für diese Gegend so typischen Kalkfelsen, durch die sich die Altmühl ihren Flusslauf bahnt. Über Trockenwiesen und Wacholderheiden ging es weiter, bis uns kurz vor dem Etappenziel Solnhofen die Sonne doch noch ihre Aufmerksamkeit schenkte und ein einladendes Bänkchen zu einer letzten Sonnenrast mit Panoramablick einlud.

Ich persönlich bin bisher richtig begeistert vom Altmühltal Panoramaweg, allem voran von der Vielseitigkeit des Streckenverlaufs, der Tatsache, dass man überwiegend auf Feldwegen unterwegs ist und der wirklich schönen Landschaft.

Ach ja, wie es mit unseren ‚Wandergästen‘ war? Natürlich super. Jederzeit wieder! Ich denke, wir hatten alle einen wirklich tollen Tag!

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Start Weitwanderprojekt 2014 – Altmühltal-Panoramaweg

Der Start eines neuen Weitwanderprojekts ist immer spannend. Gilt es doch, sich wieder an ein neues Begleitbuch zu gewöhnen, die Beschilderung kennenzulernen – sind die Wegweiser sinnvoll und in ausreichender Anzahl angebracht – und vor allem eine neue Landschaft zu erobern. Wie in den Jahren zuvor auch, starten wir im Januar. Das verwundert den ein oder anderen, wir aber lieben es dem Jahreszeitenverlauf zu folgen und schlechtes Wetter hat uns (bisher) noch nie abgeschreckt.

Für 2014 haben wir uns den Altmühltal-Panoramaweg ausgewählt, der, in Gunzenhausen beginnend, über ca. 200km dem Verlauf der Altmühl folgt, und zwar, wie der Name bereits vermuten lässt, in luftigen Panoramahöhen, und in Kelheim endet.

Über mangelnde Wander- und Radwege kann man sich im Altmühltag nicht beklagen - 'unserer' ist übrigens der in leuchtend orange!

Über mangelnde Wander- und Radwege kann man sich im Altmühltal nicht beklagen – ‚unserer‘ ist übrigens der in leuchtend orange!

So ging es dann also am Samstag den 25.1.2014 in einer kurzen einstündigen Zugfahrt zum Ausgangspunkt in Gunzenhausen. Das Wetter: neblig, Panorama war nicht viel zu erwarten, die Temperaturen: zu warm für die Jahreszeit, trocken und windstill. Keine Beschwerden 😉

Auf den ersten beiden Teilstücken verlässt man das Altmühltal und wandert recht bald hinauf auf den Hahnenkamm, ein bis 656m hoher Ausläufer der fränkischen Alb. Der Weg führt überwiegend durch Wald und über frei liegende Felder, durch die große Feuchtigkeit war es sehr matschig und wir kamen am Abend ziemlich verdreckt in unserem Quartier an. Eigentlich sollten es nur ca. 18km bis zu unserem Etappenziel Heidenheim (in Mittelfranken!) sein, da der Ort aber etwas außerhalb unserer Route lag, mussten wir den, im übrigen hervorragend, ausgeschilderten Panoramaweg verlassen und haben uns prompt in einem (nicht auf unserer Karte markierten) Truppenübungsplatz verlaufen. Wegen der schlechten Sicht war eine Orientierung kaum möglich und hätte Barbara nicht leicht verzweifelt ‚jetzt bräuchten wir halt ein GPS‘ ausgerufen, hätte es eng werden können mit dem Tageslicht. Hab ich mich doch an mein gerade neu erworbenes Smartphone in der Tasche erinnert, das natürlich GPS hat und uns (jaja, ich sollte mal lernen damit umzugehen) nach ein paar Anlaufschwierigkeiten treffsicher ans Ziel brachte – mit einer Stunde Verspätung und ein paar Kilometern mehr in den Beinen.

Klar, dass wir uns im hauseigenen Cafe nach dem langen Tag noch einen super leckeren selbstgemachten Kuchen gönnen mussten, serviert auf handgetöpfertem Geschirr unserer nicht nur vielseitig begabten, sondern auch echt freundlichen Wirtin!

Tag zwei begann mit einer Überraschung: in der Nacht hatte dichter Schneefall eingesetzt und die Welt draußen war in weiß getaucht. Nach ausgiebigem Frühstück gings also raus in die weiße Pracht. Pracht? Hmmm.

Nach einer Stunde bergauf stapfen, dem pfeifenden Wind und heftigem Schneesturm ausgesetzt, durch ungespurten knöchelhohen Schnee über ungeschützte Felder, schlich sich dann doch der Gedanke ein ‚und wie soll ich das noch weitere vier bis fünf Stunden durchhalten‘? Ich gestehe, es erstaunt mich immer wieder wie viele Energien so ein (relativ untrainierter) Körper freisetzen kann.  Nach etwas mehr als einer Stunde trafen wir wieder wie geplant auf ‚unsere‘ Route, und die Erleichterung war deutlich spürbar, drei Stunden abwechselndes Spuren über die heftig verschneiten Wege ließ uns völlig erschöpft unter ein paar Bäumen Schutz zur Mittagspause suchen, und irgendwie ging es Schritt für Schritt weiter. Wir freuten uns über jedes Stück Weg, in dem wir nicht im Schnee versanken und hatten genug Energie uns am verzauberten Winterwald zu erfreuen. Eine wunderschöne Streckenführung in reiner Natur.

Pausenplatz

Pausenplatz

Als wir nach knapp sechs Stunden und ca. 24km nach Treuchtlingen hinunter abstiegen, war es trocken, der Schnee verschwunden und die Sonne schien.

Uns kam das in dem Moment ziemlich surreal vor und wir fragten uns, wer uns das wohl glauben würde – waren wir doch zudem keiner Menschenseele unterwegs begegnet – und Hunde, die würden wir bei dem Wetter sowieso nicht vor die Türe schicken 😉

…das ein oder andere (Beweis-) Foto ist dann aber doch entstanden… 😉 – im Wechsel Tag 1 (von Gunzenhausen nach Heidenheim) und Tag 2 (von Heidenheim nach Treuchtlingen).

Panorama 1.Tag

Panorama 2. Tag

Panorama 2. Tag

Spielberg

Spielberg


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Wanderprojekt Romantische Straße – Ende! Von Würzburg nach Füssen in 21 Etappen

Zu großen Freudentänzen waren wir zwar nicht mehr fähig, aber ziemlich stolz und glücklich haben wir (Barbara und Claudia) nach zwei Jahren, von Würzburg startend, 21 Etappen, ca. 460 Kilometern, tausenden von Höhenmetern, durch abwechslungsreiche Landschaft und hübsche Städtchen, das ein oder andere Kleinod entdeckend, und überhaupt ziemlich viel entdeckend, unser Ziel Füssen am Ende des Wander- und Radweges Romantische Straße erreicht.

Trotz leichtem Muskelkater und ein paar Zipperlein am ‚Tag danach‘ bin ich immer noch ganz beschwingt davon, dass wir es geschafft haben. Wir hatten die letzten beiden fehlenden Etappen schon verschoben gesehen auf 2014. Aber das wunderschöne Wetter hat uns spontan angetrieben zumindest eine Etappe noch zu wandern, von der Wieskirche nach Buching. Das sind zwar nur 13 Kilometer, aber geschuldet der langen Anfahrt mit Bahn und Bus konnten wir erst um 11 Uhr an der Wieskirche starten. So ein bisschen hatten wir beide wohl im Hinterkopf, dass wir die (durch Abkürzung möglichen) weiteren 13 Kilometer bis Füssen velleicht noch schaffen könnten, wirklich gerechnet hatte ich nicht damit.

Was für ein Traum! Besser hätte der Tag an der Wieskirche nicht starten können!

Was für ein Traum! Besser hätte der Tag an der Wieskirche nicht starten können!

Kurze Trinkpausenrast

Kurze Trinkpausenrast

Klitzernde Schneekristalle

Klitzernde Schneekristalle

Die Berge fest im Blick

Die Berge fest im Blick

Zur Mittagspause zogen Wolken auf, wen stört das schon bei diesen Aussichten

Zur Mittagspause zogen Wolken auf, wen stört das schon bei diesen Aussichten

In Buching sollte die Entscheidung fallen, denn hier konnten wir noch problemlos in den Bus einsteigen. An der Bushaltestelle sitzend, die bereits leicht zu spürenden Gelenke befragend, ein paar Arnika-Kügelchen einwerfend und durch gegenseitiges Anfeuern, incl. einer ‚Ausstiegsklausel‘ im 10km entfernten Schwangau, haben wir es gewagt weiterzugehen. Auf direktem Weg, entlang des Radweges, die Königsschlösser-Route dem kürzeren Wegverlauf und der inzwischen schon tiefstehenden Sonne (schweren Herzens 😉 ) opfernd.

Winterabendstimmung am Bannwaldsee

Winterabendstimmung am Bannwaldsee

Ein letztes Päuschen mit heißem Tee und Brotzeit im Sonnenuntergang, Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau bereits im Blick, gab den letzten Motivationsschub. Klar, dass in Schwangau nicht aufgegeben wurde beim Anblick des Schildes ‚Füssen, 3,1km‘. 3km, die gehen immer noch 😉

Im Hintergrund Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau

Im Hintergrund Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau

Kurz vor Schwangau, der Tag beschert uns einen tollen Abendhimmel

Kurz vor Schwangau, der Tag beschert uns einen tollen Abendhimmel

Die letzten Kilometer ...

Die letzten Kilometer bis…

Füssen

Füssen

Verdient! :-)

Verdient! 🙂

Um 17.30Uhr am 28.12.2013 erreichten wir Füssen, nach 26km in knapp 6 Stunden Gehzeit. Zurück in Augsburg wurde noch ein kleines bisschen gefeiert, viel ging nicht mehr, aber das Hochgefühl wird hoffentlich auch so noch ein wenig bleiben.

Ach ja, und für 2014, da haben wir uns mit dem Altmühl-Panorama-Weg schon eine neue Langstrecken-Etappen-Wanderung rausgesucht!


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Von Menschen und Nikoläusen – Netwalking der besonderen Art

Es gibt da auf Xing  so eine Gruppe, die nennt sich Netwalking München. Ich bin da schon eine ganze Weile Mitglied und seit ca. zwei Jahren regelmäßige Teilnehmerin bei Aktivitäten. Mit dem stetigen Wachsen der Gruppe haben sich im letzten Jahr auch die Angebote, etwas gemeinsam zu unternehmen, erhöht. Das, und die Tatsache, dass wir gerade eine sehr schöne (Vor-) Nikolaus-Abendwanderung am Spitzingsee (dazu gleich mehr) hinter uns liegen haben, veranlasst mich dazu mal etwas über die Netwalking-Idee zu schreiben.

Unsere Münchner Gruppe verdankt ihren hohen Aktivitätsgrad ohne Frage dem Organisator Robert Götz, der auf die Frage „Warum setzt du dich so für die Gruppe ein?“ u.a. antwortet „…weil es mir Freude macht Menschen zusammen zu bringen…“. Das gelingt, hervorragend! 🙂

Die Idee des Netwalking beruht, wie so vieles, auf dem altbewährten Gedanken, dass man in der Bewegung, beim Gehen, Wandern, anders miteinander redet, als z.B. in einer relativ starren Haltung am Tisch. Jeder, der viel draußen unterwegs ist, kann das sicher bestätigen. So treffen sich Menschen, die Freude an Bewegung, keine Scheu vor dem Draußen-sein bei Wind und Wetter haben und in gleichgesinnter, unkomplizierter Runde Netzwerken wollen, auf einen Morgen-, Mittag-, Abendwalk im Nymphenburger Park, an der Isar, im Englischen Garten. Da kann schon mal ein gemeinsames Frühstück oder ein Biergartenbesuch ‚angehängt‘ werden.

Bergwanderungen, Schneeschuhtouren, Impulsvorträge, Kräuterwanderungen, Nachtwanderungen usw. stehen inzwischen auch auf dem Programm, die Auswahl ist vielfältig, enttäuscht war ich noch nie – wie auch? Nette Menschen in ungezwungener Atmosphäre kennenlernen, unterschiedliche Lebensgeschichten erfahren, austauschen, bewegen, draußen sein – ist irgendwie immer ein bisschen wie beschenkt werden.

Diese Woche nun gab es ein Special-Event, eine (Vor-) Nikolaus-Abendwanderung von Spitzingsee zum Blecksteinhaus mit Drei-Gang-Menü, Fackeln und einem überraschenden Nikolausbesuch 😉

Wie gewohnt, lass ich hier die Fotos sprechen (qualitativ nicht auf dem höchsten Stand, der Dunkelheit und meiner Aversion gegen den Blitz geschuldet), die vielleicht ein wenig die Stimmung der dreizehn wackeren Wanderer auf dem bereits schön verschneiten Weg zu Suppe, Ente und Kaiserschmarrn wiedergeben.

…wer bekommt denn da nicht Lust mal auf Xing bei der Gruppe Netwalking München vorbeizuschauen 😉

Kirche in Spitzingsee

Kirche in Spitzingsee

Wegzehrung ;-)

Wegzehrung 😉

...mit Fackeln ausgestattet...

…mit Fackeln ausgestattet…

Begrüßung am Blecksteinhaus mit Glühwein

Begrüßung am Blecksteinhaus mit Glühwein

'Weihnachtssuppe'

‚Weihnachtssuppe‘

Zwischen Suppe und Hauptgang kam der Nikolaus (Klaus) und offensichtlich waren wir alle brav ;-)

Zwischen Suppe und Hauptgang kam der Nikolaus (Klaus) und offensichtlich waren wir alle brav 😉

...das viele Essen wirft auch den stärksten Nikolaus um...

…das viele Essen wirft auch den stärksten Nikolaus um…

...schön war es mal wieder!

…schön war es mal wieder!


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Ein Novembertag, unterwegs auf dem Wanderweg Romantische Straße, von Peiting zur Wieskirche

Wir haben es nicht mehr weit … bis zu unserem Wanderprojekt-Ziel Füssen. Aber irgendwie will es jetzt, kurz vor dem Ziel, nicht so recht laufen. Zweimal mussten wir diese vorletzte Etappe bereits verschieben und wenn es nach dem Wetterbericht gegangen wäre, hätte das heute auch passieren können. Generell lassen wir uns von schlechten Wettervorhersagen nicht beeinflussen, solange es nicht in Strömen regnet (und auch das wurde schon durchgestanden) sind wir zufrieden.

Mit dieser 23. Etappe auf unserem Weg von Würzburg nach Füssen stand nun allerdings die Wanderung durch die Ammerschlucht an, ein bei Nässe sehr rutschiger und anspruchsvoller Streckenabschnitt.

Wie so oft, wenn wir uns vorher unsicher sind ob es eine gute Idee war loszulaufen, haben wir auch heute wieder festgestellt, es gibt nichts besseres als … loszulaufen. Sobald die ersten Schritte im Wald gemacht sind, tritt eine unbeschreibliche Zufriedenheit ein, darüber in wunderbarer Natur in Bewegung zu sein, den Kopf frei zu haben, den Wald zu riechen, sich auf den Weg, den Atem, die Umgebung zu konzentrieren. Für ein paar Stunden alles andere ausklammern.

Und was für ein Tag ist dabei herausgekommen! Der Himmel war wolkenverhangen, ein kalter Wind wehte, die Berge in den Wolken versteckt, aber es hat nicht geregnet, also nahezu perfekte Bedingungen 😉

Kurz hinter unserem Ausgangspunkt Peiting beginnt die Ammerschlucht. Der Weg verläuft auf schmalem Pfad auf und ab oberhalb der Ammer durch lichten Laubwald, über viele Holzstege, Wurzelwerk, Stufen, kleine Brücken, immer dicht am Hang entlang. Jetzt im November ist der Weg bedeckt vom feuchten Laub, matschig, sehr nass, somit rutschig und erfordert Vorsicht und viel Konzentration beim Begehen. So verwundert es nicht, dass wir keiner Menschenseele begegnet sind.

Nach ca. 10km erreicht man Rottenbuch, unsere Halbzeit und Mittagspausenplätzchen.

Wir wollten ja noch weiter bis zur Wieskirche. Der Rest des Weges führte uns durchs Kloster Rottenbuch, den kleinen Ort Wildsteig und die letzten Kilometer durch gelblich schimmerndes Moorgebiet, unter leicht heller werdendem Himmel bis zur majestätisch vor der Alpenkulisse aufragenden Wieskirche.

Die knappe Stunde Zeit bis zur Busabfahrt wurde … klar, oder? 😉 … genutzt für ein wohlverdientes Tässchen Kaffee mit super leckerem selbstgebackenen Kuchen im Cafe. Zum krönenden Abschluss des Tages wurden wir mit einem grandiosen ‚Himmelfeuerwerk‘ belohnt.

Nun sag bitte noch einer es lohnt sich nicht … das Loslaufen!


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Feiertagskarawanentour auf den Aggenstein

Das Ziel vor Augen!

Das Ziel vor Augen!

Ja, natürlich hab ich gewusst, dass ich am 3. Oktober-Brückenfeiertag nicht alleine in den Bergen sein werde, schon gar nicht, wenn am Vorabend im Wetterbericht ‚perfektes Bergwetter‘ angekündigt wird! Aber mit diesen Massen hatte ich wirklich nicht gerechnet. Nun denn, ich kann es keinem verdenken auf die gleiche Idee wie ich gekommen zu sein, einen der klassischen, gut erreichbaren Aussichtsberge, den Aggenstein ausgesucht zu haben.

Eine kleine kritische Bemerkung, die bitte nicht überheblich genommen werden sollte, kann ich mir hier allerdings nicht verkneifen. Der Aggenstein ist bis kurz unter dem Gipfel ein echter Wanderberg. Die letzten Meter des Gipfelaufstiegs haben es dann aber in sich. Hier muss geklettert werden. Zwar ist ein Drahtseil gespannt, aber ein erhebliches Maß an Trittsicherheit sowie Kenntnisse des ‚am Seil-Gehens‘ und Schwindelfreiheit sind erforderlich. Man sollte sich nicht davon blenden lassen, dass vermeintlich doch alle anderen es nach oben schaffen, man muss nämlich auch wieder runter, bei hohem Wandereraufkommen das Seil auch mal loslassen, queren oder zur Seite gehen, und da wird das Unterfangen auf einmal gefährlich.

Gipfelkletterei

Gipfelkletterei

Nun aber zum vergnüglichen Teil!

Der Aggenstein ist einer meiner Lieblingsberge, weil man ihn meist schon früh im Jahr südseitig aus dem Tannheimer Tal (Parkplatz Eng bei Grän) schneefrei besteigen kann und ebenso bis weit in den Herbst hinein. Schön ist auch, dass die Bad Kissinger Hütte mit ihren leckeren Gerichten je nach Wetter lange geöffnet hat. Einen Besuch unbedingt einplanen!

Germknödel geht immer ;-)

Germknödel geht immer 😉

Da ich dieses Mal mit dem Zug angereist bin, habe ich den Auf- und Abstieg nordseitig über Pfronten-Steinach gewählt.

Und gestehe hier an dieser Stelle mit peinlich gesenktem Blick, die Bergsteigerehre verraten und die erste Etappe mit der Breitenbergbahn überbrückt zu haben. Aber alles hat seinen Preis, wie man am Ende sehen wird. 😉

Über dem Forggensee hängt noch der Nebel

Über dem Forggensee hängt noch der Nebel

Blick ins nebelverhangene Alpenvorland

In der Ferne ragt Schloss Neuschwanstein kaum zu erkennen aus dem Nebel

Ab der Bergstation der Breitenbergbahn geht es erst einmal auf breitem (nicht sonderlich schönem) Weg unter dem Hochalp-Sessellift in Richtung Ostlerhütte. Für alle, die keine Aggenstein-Gipfelambitionen haben, eine zu empfehlende lange Rundwanderung über den Breitenberg mit tollen Ausblicken! Die Wege trennen sich hier, ich gehe nicht zur Ostlerhütte, zum Aggenstein geht es nun steil, mit ein paar kleinen Seilpassagen, in einer Stunde zum Gipfel. Kurz unterhalb des Gipfels, an oben erwähntem Kletterstück, treffen Süd- und Nordaufstieg aufeinander. Zum ersten Mal öffnet sich der phantastische Blick nach Süden auf den bis zum Horizont reichenden Alpenhauptkamm.

Erst hier stoße ich auf die schier endlos erscheinende Karawane an Menschen, die zum Gipfel hinauf und andere bereits wieder hinuter wollen. Ich kann nicht meckern, ich will ja auch rauf. Oben Getümmel, aber ich finde ein Plätzchen am Rand und habe freien Blick auf die Berge. Unbeschreiblich.

Osten, im linken Bildteil der Säuling, dahinter das Zugspitzmassiv

Osten, im linken Bildteil der Säuling, dahinter das Zugspitzmassiv

Südosten

Südosten

Süden, in der Bildmitte der Hochvogel

Süden, in der Bildmitte der Hochvogel

Südosten, am unteren Bildrand die Bad Kissinger Hütte, Blick zu den Tannheimer Gipfeln

Südosten, am unteren Bildrand die Bad Kissinger Hütte, Blick zu den Tannheimer Gipfeln

Nordosten, Füssen, Lech

Nach einer guten halben Stunde Augenschmaus und Sonnenbad auf dem Gipfel, reihe ich mich brav wieder in die nicht enden wollende Karawane für den Abstieg ein.

Ein wenig bange ist mir schon, ob es wohl möglich sein wird ein Stückchen Apfelstrudel (einer der Besten!) oder Germknödel auf der sicherlich überfüllten Hütte zu ergattern. Ich habe Glück eine große Wandergruppe überholen zu können und treffe nur auf eine kleine Schlange am Tresen, habe innerhalb von 10 Minuten meinen Germknödel, einen Russ und ein Plätzchen für mich ist auch schnell gefunden, sogar mit Ausicht!

Um meine Bergsteigerehre nicht völlig zu ruinieren, hatte ich mir für den Abstieg eine andere, etwas längere, aber schöne, wenn auch recht steile Variante ausgesucht, die noch einen weiteren Vorteil bot: sie schien nicht sonderlich beliebt zu sein. Ein kleines Stück nach der Hütte zweigen mehrere Wege ab, einer führt zum südseitigen Abstieg nach Eng, einer geht über den Kamm weiter zum Füssener Jöchl (auch eine wunderschöne Tour!) und meiner führt nordseitig in steilen Kehren bergab nach Pfronten. Unterwegs kann man sich dann nochmal entscheiden zur Breitenbergbahn zu gehen, direkt abzusteigen oder, wie ich, durch die Reichenbachklamm zu wandern.

Abstieg

Abstieg

Eine gute Entscheidung, auch wenn ich es einen Tag später mit (verdientem!) höllischen Muskelkater bezahlen muss. Die Variante ist überaus abwechslungsreich, vor allem im unteren Teil durch wunderschön wilden Wald, aber eben auch – vor allem nach dem feuchten Wetter der letzten Tage – extrem rutschig über Felsstufen und Wurzelwerk in großen Tritten 1100 Höhenmeter, ca. 2 Stunden steil bergab.

01

Alles in allem ein wunderschöner Tag! Wie so oft überwiegen Freude und Stolz sich aufgerafft zu haben, zurück bleiben (neben dem Muskelkater 😉 ) Zufriedenheit und kleine Glücksmomente, die das Leben bewusster machen.

Gerne wieder!


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Wanderprojekt Romantische Straße 22. Etappe

Gestern war es also wieder soweit, eine weitere Etappe auf dem Weitwanderweg Romantische Straße stand an. Die inzwischen 22. Etappe von Epfach nach Peiting. Klar, diese beiden kleinen Orte sind wohl weitgehend unbekannt, auch ich hatte vorher noch nie von Epfach gehört, aber das macht u.a. den Reiz dieses Wanderprojektes aus, ich lerne das Land aus einer völlig neuen Perspektive kennen.

Altweibersommer - Spinnennetze überall

Altweibersommer – Spinnennetze überall

Die zwei Wanderer... leicht betröppelt ;-)

Die zwei Wanderer… leicht betröpfelt 😉

 

Für alle, die es bisher nicht verfolgt oder wieder vergessen haben, hier ganz kurz ‚wie alles begann‘: im Januar 2012 bin ich gemeinsam mit einer Freundin in Würzburg losgelaufen mit dem Ziel die Romantische Straße bis nach Füssen zu wandern. Wir versuchen mindestens einmal im Monat ein bis zwei Etappen zu absolvieren. Wir nutzen ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel, gehen bei jedem Wetter und starten immer dort, wo wir das letzte Mal aufgehört haben. Kleine Ausnahmen bestätigen die Regel ;-). Verletzungsbedingt mussten wir zwischendurch eine 6-monatige Pause einlegen, aber das ist bereits Schnee von gestern.

So wurden gestern die 20km der 22. Etappe in Angriff genommen, eben von Epfach nach Peiting. Das bedeutet, wir fühlen uns schon ein bisschen auf der Zielgeraden.

Seit Landsberg verläuft der Lechhöhenweg parallel zu unserer Wanderroute, hinzu kommt seit Epfach noch die Via Claudia, was an exponierten Abzweigungen zu einem kleinen Schilderauflauf führt. Unterwegs gibt es dann immer wieder Kreuzungen, die keine Schilder aufweisen, was oft zu dem ein oder anderen Irrweg führt.

Bisher sind wir aber noch immer auf den ‚rechten Weg‘ zurückgekommen 😉

Gestern war eigentlich schönes Wetter vorhergesagt und wir hatten fest damit gerechnet, dass spätestens ab Landsberg die Sonne herauskommt. Dem war nicht so, aber man gibt die Hoffnung bekanntlich zuletzt auf, und so vertrösteten wir uns auf ein ‚mittags zur Brotzeitpause reißt es ganz bestimmt auf’… hmmm. Es blieb beim Nebel, die wunderschönen Ausblicke auf den grünen Lech blieben verhangen, der Blick auf die Alpen versperrt, die Brotzeit wurde im Vorraum einer kleinen Kirche verzehrt.

Die Kirche war zwar zugesperrt, aber der kleine Vorraum bot Bänke und Schutz vor dem kalten, feuchten Wind

Die Kirche war zwar zugesperrt, aber der kleine Vorraum bot Bänke und Schutz vor dem kalten, feuchten Wind

Hat uns das gestört? Natürlich nicht. Sobald man losläuft, in den Rhythmus kommt, dem Ziel entgegen, spielt das Wetter (fast) keine Rolle mehr. Im Gegenteil. Man entdeckt eben eine andere Schönheit der Natur. So führt der Lechhöhenweg bereits ab Landsberg auf unerwartet schönen Wegen, meist hoch oberhalb des Lechs durch viel Wald, der seinen besonderen Zauber bei Nebel erst entfaltet.

Das sind die Momente, die einem in Erinnerung bleiben, die wunderschönen Strecken durch Wälder, über Höhen, hinunter ins Flusstal, über Wiesen, durch kleine malerische Orte und fasziniert davon, ständig etwas am Wegrand zu entdecken.

Und wenn nach ein paar Stunden die Füße beginnen zu schmerzen, die letzten Kilometer erschwert werden durch scheinbar endloses Asphaltlaufen auf der Suche nach dem Bahnhof, dann weiß ich inzwischen, dass es die tollen Dinge sind, die in Erinnerung bleiben, die Freude losgelaufen zu sein und die Vorfreude darauf, es wieder zu tun.

Wir haben jetzt noch 50km bis Füssen zu bewältigen, ein Klacks im Vergleich zu den ca. 400km, die wir bereits hinter uns haben!

Kleine Hobbit-Kapelle am Wegrand

Kleine Hobbit-Kapelle am Wegrand

Zwei Männlein...

Zwei Männlein…

Auch das gehört mal dazu (auch wenn es zu den weniger schönen Wegstücken zählt) - Queren der Papierfabrik in Schongau

Auch das gehört mal dazu (auch wenn es zu den weniger schönen Wegstücken zählt) – Queren der Papierfabrik in Schongau

Immer wieder schön, das Etappenziel vor Augen! Und gut beschildert noch dazu :-)

Immer wieder schön, das Etappenziel vor Augen! Und gut beschildert noch dazu 🙂