CW plaudert

Saftfasten in Zeiten von Social Media

Ein Kommentar

Vor ein paar Wochen hat Frau Vogel auf Facebook eine kleine Diskussion angeregt zum Thema ‚Essen posten‚.

Ich tue das auch. Nicht so super häufig, weil ich nicht so viel Spannendes koche, aber doch hin und wieder. Allem voran liebe ich Foodfotografie. Wenn ich auswärts esse, in einem Restaurant, Biergarten, zum Brunch, bei Freunden oder wo auch immer, dann fotografiere ich schön hergerichtete Speisen eigentlich immer. Meistens landen die Bilder allerdings in den Tiefen meiner leicht chaotischen Foto-Datei :-).

Nun befinde ich mich zur Zeit in einer – kurzen – Saftfastenwoche. Einfach mal so. Ich wollte das nach zwei nicht so super erfolgreichen Versuchen vor vielen Jahren mal wieder testen. Damals hatte ich zwar, wie im Begleitbuch versprochen, keine Hungergefühle, aber die Lust aufs Essen, auf etwas zum Kauen, auf Geschmack lauerte ständig im Hinterkopf und war eine echte Herausforderung ans Durchhaltevermögen.

Dieses Mal war ich hochmotiviert! Schon weil es bei diesem super stabilen Sommerhoch viel leichter fällt eine schlappe Woche aufs Essen zu verzichten. Bei Hitze trinkt sichs doch so gut! Und auch weil ich mir Zeit zum Entspannen, Genießen, für kleine sportliche Aktivitäten eingeplant habe, dafür keine kulinarischen Treffen mit Freunden! Naja, und an die strengen Regeln halte ich mich auch nicht zwingend, ein alkoholfreies Weizen nach Waldspaziergang, ein Latte am Nachmittag, ein Gläschen Schampus zum Anstoßen, muss schon drin sein 😉

Nicht gerechnet habe ich mit den sozialen Netzwerken! Leute, sämtliche Timelines sind voll mit Essensfotos. Wieso ist mir das vorher nie aufgefallen? Gebt es zu, ihr habt euch alle abgesprochen! Ich war tatsächlich versucht aus der Fastenwoche eine offline-Woche zu machen. Da werden lecker aussehende Gerichte präsentiert, Rezepte, die mich sonst wahrscheinlich überhaupt nicht interessieren würden, ausgetauscht, über Kochsendungen gepostet, ganze Reihen von Kochbüchern besprochen, Reiseberichte sind gespickt mit kulinarischen Empfehlungen, in Sportbeiträgen finden sich Ernährungstipps und selbst beim Pferdecontent baumeln leckere Karotten im Bild!

Klar, ein von den lauen Abenden herausgeforderter Biergartenbesuch kann auch in mentaler Höchstleistung gipfeln, wenn dein Gegenüber eine Riesenportion Kässpatzen verdrückt, die Tischnachbarn leeeecker aussehende Salate serviert bekommen oder Riesenschnitzel/Pommes an dir vorbeigetragen werden. Da klammerst du dich schon leicht verzweifelt an dein Rhabarbersaftschorle mit dem Mantra „nächste Woche wieder, nächste Woche wieder“! Aber das ist kein Vergleich zu der Dauer-Ess-Werbesendung auf Facebook, Google+ und sogar Twitter!

So beende ich morgen meine Fastentage mit dem guten Gefühl allen Versuchungen widerstanden zu haben und mich – ja, tatsächlich, vielleicht gerade deswegen?? – pudelwohl zu fühlen!

Und von meinem kleinen Sortiment verabschiede ich mich bis zum nächsten Mal!

 

 

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Ein Kommentar zu “Saftfasten in Zeiten von Social Media

  1. Tapfer, liebe Claudia! Find ich gut und hat bestimmt auch gut getan! Und genieß ab morgen wieder feste Kost 🙂

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